bzgl. apokalypsen und diskursabzweigungen: florian
bzgl. apokalypsen und diskursabzweigungen:
florian nelle bezeichnete die zerstörung des wtc als riss in der
kulisse. das ist das eine. wir leben in der zeit, in der die fabel zur
welt wurde. aber welche fabel ist das denn? auffällig ist, denke ich,
dass mit den ereignissen in ny zwei beinhae idente "große erzählungen"
kulminieren. sie haben den gleichen plot, nämlich einen
heilsgeschichtlichen. islam und christentum/judentum weisen die
gleichen narrativen muster auf: erlösung der menschheit GEGEN das böse.
die großstadt als heimstatt des bösen/des schnöden mammon hier wie
dort. und die vernichtung des anderen immer schon miteingeplant. dass
diese metanarrative in hollywood genauso gut funktionieren wie in der
bibel ist ebenso klar, wie das faktum, dass das fernsehen aufgrund
seiner struktur gar nicht anders kann als der beste verbündete des
terrors zu sein. wohin frau dieser tage blickt, es sind keine
zerbrochenen oder blinden spiegel, sondern vexierbilder (wie else das
sehr schön auch für die masse festgestellt hat): bilder die alles
enthalten, aber wenn sie von konkreten blicken getroffen werden, immer
nur die eine oder andere seite zeigen.
am 18. September 2001, 02:09
