sinn-haft goes magasin

nach dem sehr feinen steirischen abend im magasin wachsen ideen und steht konkretes ins haus, dienstags ein meeting mit shifz im magasin, am freitag die offizielle eroeffnung im magasin, mit sinn-haft als resident project! ein paar stoesse sinn-haft hefte sind auf jeden fall schon vor ort, bei allen veranstaltungen im magasin erhaeltlich!

esa hat schon konkrete pläne für einen videozyklus zur sex-nummer, ein fixfilm wird "exstase" mit hedy lamar sein!

am 8. Dezember 2002, 23:15

Kommentare

als ich ekstase gesehen hab, warich sehr ekstatisch, weil der film einfach unglaublich viel enthält.zunehmend eher seltsam hab ich gefunden, wie die erzählung über diedarstellerin heute läuft - "sie wurde zum sexsymbol gemacht", "sie war jaeigentlich eine gescheite frau und hat sogar was technisches erfunden" unddas alles mit einem touch von opfer (jung unglücklich verheiratet) undlaszifität (sie hat sich nackt gezeigt) gleichzeitig. dazu die erzählung, sie habe ihre erfindung auf gedanken aufgebaut, die sie ihrem exmann sozusagen über die schulter abgeluchst hat - wieder dieser widersprüchliche gleichzeitigkeit von: frau kann nix allein erfinden und widerständigem, vorausschauendem genie. in jedem fall: ihre erfindung bezogen auf einen mann (eigentlich sogar zwei, siehe untenstehende links). ihr exmann war ein tycoon (waffenerzeugung -handel, -schmuggel), in verschiedenen europäischen ländern und argentinien), freund von ernst rüdiger starhemberg, finanzier der heimwehr und für die geschichte österreichs in den jahren 33, 34 mitbestimmend. seine (1.) frau hat er wohl wie ein reines schaustück behandelt und sie hat ihn per flucht verlasssen. (33 - im jahr von ekstase - haben sie geheiratet, 37 ist h. l. nach london gegangen.)wo ihre ideen tatsächlich herkamen, ist mir eher wurscht und das mitgeistigem eigentum wäre auch mal zu diskutieren - mir gehts um diedarstellung/erzählungen.ich find mittlerweile, die widersprüchlichlichkeiten, die vernettigung wie die pathetisierung im heutigen erzählen über diese frau sagen mehr über "sex&gender" als der film. lamarr wird so überaus offensichtlich zum objekt gemacht. der touch der verruchten wie der unterdrückten opferin zieht sich so offensichtlich durch, auch wenn über ihre waffentechnischen verdienste gesprochen wird. ich vermisse in betreff lamarr oft den üblichen anschein von gewollter objektivität. ich frage mich, inwieweit das damit zusammenhängt, dass ihr lebenslauf das bild der zum sexsymbol gemachten frau, der erfolgreichen und sehr erotischen schauspielerin mit dem bild der ausnahmefrau auf dem gebiet der technischen innovation vereint. zu viel ausnahme auf einmal zusammen mit zu viel eigentlich recht üblichem, klischee-haftem? auf jeden fall: als ideenvorlage dient diese frau in einem unglaublichem ausmaß auch heute noch.hier ein paar (zugegeben mehr spontane als repräsentative) links in derreihenfolge: nett & niedlich huch, eine frau erfindet etwas wow,waren das damals illustre zeiten http://www.bmbwk.gv.at/extern/women/f_10.htm How a Hollywood Starlet Helped CSI Develop the RF Smartsensor http://www.fscimpact.at/flugplatz2.htm

kommentiert von: else @ 09.12.02 12:40

gestern am punschstand kam hedy lamarr auch ins gespräch: als pionierin sowohl des films/ der laszivität (die erste nackte frau im film) und auch der technologie (sie habe eine technologie entwickelt, auf der das handy beruhe - weiß zwar nicht ob das zutrifft, aber bitte!) und der clou daran war, dass sie trotzdem die zwei größten chancen ihres lebens (und zwar quasi die größten, die man/frau im 20. jh überhaupt haben konnte) versäumt hat: sie HÄTTE in casablanca spielen können (hat aber abgelehnt, weil sie dachte, er floppt) und sie HÄTTE wohl steinreich sein können durch diese handytechnologie (hat sich aber die rechte abluchsen lassen)! Was für ein schicksal! so gehen also die punschstandgeschichten - immerhin: man redet immer noch über sie - vielleicht hat sie ja doch nicht so viel falsch gemacht...

kommentiert von: esa @ 09.12.02 18:49